Alleine Reisen – Meine Erfahrung und würde ich es wieder tun?

Als ich vor zwei Wochen diese Reise gebucht habe, hatte ich ja noch absolut keine Ahnung was mich erwarten würde. Ja, es waren wirklich nur drei Tage und ja, es war auch nur nach Kopenhagen, also nicht allzu weit weg, aber es war definitiv schon eine Überwindung das ganze zu buchen. 
Ich wusste nur eines, dass wenn ich nicht in dem Moment auf buchen gedrückt hätte, hätte ich es niemals durchgezogen. 

Der Tag meiner Reise rückte immer näher und ich muss sagen ich habe die unterschiedlichsten Reaktionen erhalten. Von: „Oh das wird dir so gefallen.“ & „Ich bin ja so stolz auf dich“ (Mama) bis hin zu „Spinnst du das kannst du ja nicht machen“ & „Dir wird aber sowas von langweilig werden“ war wirklich alles dabei. 

Der Tag davor: Alles noch easy. Keinerlei Aufregung oder Angst vorhanden, was mich wirklich gewundert hat, muss ich ganz ehrlich sagen. Kann aber auch daran liegen, dass ich so viel zu tun hatte, dass ich einfach perfekt abgelenkt war. Als es dann aber Nacht wurde, konnte ich einfach nicht schlafen. Ich habe mich hin und her gewälzt, hatte ein Kribbeln im Magen, schlecht war mir und Herzklopfen hatte ich auch noch dazu. Da war sie also die Nervosität. Ich habe zwar keine Angst vorm Fliegen, aber da ich noch nie ganz alleine geflogen bin, war das für mich schon ein ganz anderes Gefühl.
Als um vier der Wecker geklingelt hat, hatte ich noch immer gefühlt keine Sekunde geschlafen. Auch essen konnte ich einfach nichts, so schlecht war mir. 

Und jetzt. Heute denke ich mir: Warum hast du dir so einen Stress gemacht? Es hat alles super funktioniert. Es verlief zwar nicht alles nach Plan, aber das ist ja das Gute wenn man keinen Plan hat, dann kann ja auch nichts schief gehen.  

Warum alleine verreisen?
Man muss sich einfach nach niemandem außer sich selber richten. Ich konnte einfach wirklich machen was ich wollte. Wenn ich hungrig war, bin ich essen gegangen. Wenn ich shoppen wollte, habe ich das auch gemacht und wenn ich bei der einen Sehenswürdigkeit mehr als eine halbe Ewigkeit verbringen wollte konnte ich das auch tun. 

Ich hatte mein Handy und meinen Reiseführer immer dabei, so konnte ich mich gleich informieren, was ich machen wollte, wo das nächste Restaurant ist und wie ich am besten weiter gehen sollte. 

Auch einsam habe ich mich eigentlich nicht wirklich gefühlt. Ich persönlich liebe es ja Leute zu beobachten und zu schauen, was sie so essen und wie sie agieren. Ist meiner Meinung nach immer sehr spannend mit anzusehen wie unterschiedlich wir Menschen doch sind. 
Beim Essen bin ich meistens an einem Gemeinschaftstisch gesessen, so konnte ich mich ein bisschen mit den anderen Leuten unterhalten und etwas aus ihrem Leben erfahren. Wenn mir aber einfach mal nicht nach reden war, habe ich einfach meinen Reiseführer genommen und ihn während dem Essen studiert.
Auch generell bei den Sehenswürdigkeiten kommt man schnell in ein Gespräch und ist somit nie wirklich alleine – sei es nur, dass dein Gegenüber ein Bild von einem machen soll.
Ich habe generell keine Scheu Menschen anzureden und sie etwas zu fragen. Mein Ziel war es jeden Tag mit mindestens einer anderen Person zu reden. 

Viele haben mich auch gefragt, ob ich denn keine Angst hatte so alleine durch die Straßen zu streifen. Auch das muss ich verneinen. Ich habe mich in Kopenhagen so unheimlich sicher gefühlt. Ich weiß nicht genau woran das lag. Kann sein, dass ich mir einfach keine Gedanken darüber gemacht habe oder es kann aber auch an der Freundlichkeit und Mentalität der Skandinavier gelegen haben. Es war wirklich jeder so hilfsbereit und nett, dass ich mich einfach geborgen und sicher gefühlt habe.

Fazit: 

Es war ein unglaublich schöner Trip. Ich habe wirklich jede Sekunde, bis auf das schlechte Wetter, sehr genossen. Ich habe sehr viel über mich selber gelernt und auch gemerkt, dass die einzige Person auf die ich mich wirklich verlassen muss ich selber bin. Ich bin so unglaublich stolz auf mich, dass ich das gemacht habe und, dass ich einfach so viel mehr kann, als ich mir immer zugetraut habe. 
Ich bin wirklich über mich hinausgewachsen und habe Dinge getan, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie jemals machen würde, wie z.B. alleine Essen gehen ohne sich dabei schlecht zu fühlen. 
Ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen auch einmal alleine zu reisen und sei es nur in die Nachbarstadt. Ganz egal. Einfach mal alleine losziehen und sich selber besser kennen lernen. 

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