Matura, was nun?

Viele von euch halten seit einigen Tagen das Zeugnis der Zeugnisse in der Hand und sind einfach nur froh endlich frei zu sein und nie mehr auch nur einen Fuß in dieses hässliche Gebäude zu setzen. Seien wir uns ehrlich wir alle finden unsere Schule nach 8 langen Jahren einfach nur mehr hässlich. 

Nun stellt sich für viele die Frage: Was mache ich jetzt? 
Gut sobald ihr das Zeugnis in der Hand habt, müsst ihr euch ja schon für ein Studium entschieden haben, aber ich möchte euch gerne meine Story erzählen, wie ich zu meiner Entscheidung kam. Ob sie die Richtige war und warum es so lange gedauert hat um endlich glücklich zu sein. 

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Wie wahrscheinlich viele von euch, habe ich mich während der Schulzeit nicht wirklich mit meiner Zukunft beschäftigt. Ich war einfach froh, dass ich einen einigermaßen geregelten Tagesablauf hatte und was in einem Jahr sein wird, war mir wirklich egal. Ist ja noch eine Ewigkeit so ein Jahr. Oder nicht? 
Leider kam das Ende schneller als erwartet und immer häufiger wurde mir die Frage gestellt: Und was willst du studieren? 
Lacht mich jetzt bitte nicht aus, aber meine erste Antwort war Musik, Schauspiel oder Musical. Wer mich kennt, der weiß ich singe gerne, und ich singe gerne falsch, also diese Karriere wäre nicht so gut ausgegangen. 
Natürlich haben alle mit dem gleichen Gesichtsausdruck reagiert und gesagt: Aha und was machst du dann damit? – auf diese Antwort hatte ich natürlich nie die passende Antwort, denn ich wusste es selber nicht. 
Mein Vater hat dann gemeint, ich solle es doch mit BWL probieren, das wäre genau meines, Papa weiß ja immer alles am Besten. 

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Da mir in diesem Moment immer noch nicht bewusst war, dass ich mir wirklich langsam ernsthaft Gedanken über dieses Thema machen sollte, sagte ich nur jaja wird schon passen. Ich habe mich also in Graz für BWL immatrikuliert, den Sommer in vollen Zügen genossen und wurde dann im Oktober vor vollendete Tatsachen gestellt. 

Ich sag euch eines. Ich habe es GEHASST. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich einfach naiv war und geglaubt habe, dass es wie in der Schule ablaufen wird und ich immer eine gute Note ohne zu lernen bekommen werde, oder ob ich einfach mich aufgrund der Tatsache, dass mir vorgeschrieben wurde was ich machen soll, geweigert habe etwas zu tun. Auf alle Fälle habe ich gar nichts gemacht. Ich habe so richtig, wie es so schön heißt „verkackt“. 
Das gesamte erste Jahr, zwei Semester lang, hab ich mich so richtig gehen lassen und das Leben einfach genossen. Alle Prüfungen verhaut und zu allem Überfluss noch die Kinderbeihilfe verloren. 
Ich war aber, das muss ich jetzt sagen, einfach nicht glücklich. Nicht glücklich mit der Entscheidung des Studiums, nicht glücklich mit meinem Leben und nicht glücklich mit allem Rundherum. 
Erst in diesem Moment, natürlich viel zu spät, bin ich drauf gekommen, dass ich mich endlich mal hinsetzen muss und nachdenken muss, was ich eigentlich erreichen möchte. Was sind meine Ziele, was meine Stärken und was kann ich überhaupt nicht. 

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Ich habe mich bei ein paar FHs beworben, welche mich aufgrund meiner schlechten Vorbereitung, nicht aufgenommen haben und hing wieder da wo ich am Anfang war. 
Aber ich bin nach langem hin und her überlegen darauf gekommen, dass das wirklich das Studium für mich ist, da ich später mal in einen Bereich möchte, in dem BWL wirklich die Basis ist. 
Daher lief das nächste Jahr viel besser und ich habe mich auch mehr bemüht Prüfungen zu bestehen. Allerdings war ich immer noch nicht glücklich mit dem Rest. Ich wusste zwar wohin ich will und was ich will, aber mit mir selber war ich immer noch nicht im Reinen. 

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Daher die Entscheidung: Umzug nach Wien um Internationale BWL zu studieren, ohne Rücksicht auf Verluste. Hier bin ich eineinhalb Jahre nach meinem Umzug, glücklicher denn je. Ich muss ehrlich sagen, auch wenn mein Weg ein sehr langer und steiniger war. Ich liebe mein Studium wirklich über alles. Nicht alle Fächer entsprechen meinen Präferenzen, aber die gibt es in jedem Studium, da heißt es durchbeißen. Aber ich bin wahnsinnig glücklich und froh meine Entscheidung getroffen zu haben. 

Jeder, der jetzt vor der gleichen Entscheidung steht, oder generell etwas an seinem Leben ändern möchte, dem kann ich nur raten: 
Wartet nicht so lange wie ich, setzt euch hin, denkt über euch selber nach und am wichtigsten, zieht es durch. 

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